Die Nachbarschaftshilfe hat volle Fahrt aufgenommen

07.01.2020

[Wangen im Allgäu] Die Nachbarschaftshilfe hat im zweiten Jahr ihres Bestehens deutlich an Arbeitsstunden und gefahrenen Kilometern zugelegt. Die Organisatorin der Nachbarschaftshilfe, Karin Kristen, legte bei der Adventsfeier eine beeindruckende Bilanz vor: Leisteten die Freiwillegen Helferinnen und Helfer 2018 noch 4500 Stunden bei 17.000 Kilometern, so waren es jetzt bereits 6500 Stunden und 25.000 Kilometer und somit rund 50 Prozent mehr.

Die Helferinnen und Helfer besuchten insgesamt 139 Einsatzhäuser, davon monatlich 85.Eine Reihe der Helfer besucht nicht nur ein Haus. 70 Helfer hatten sich übers Jahr der Nachbarschaftshilfe verschrieben. Durch Wegzug oder aus anderen persönlichen Gründen ergab sich ein Wechsel, so dass es derzeit noch 59 Personen sind, die in die Häuser gehen, sechs von Ihnen sind Männer. „Darauf bin ich besonders stolz, dass wir so eine Gruppe Männer haben“, sagte Kristen. Neue Helfer und Helferinnen seien immer herzlich willkommen.

Die Nachbarschaftshilfe besucht nicht nur Senioren, das Angebot gilt auch Familien, die Unterstützung brauchen. So besuchen die Helfer und Helferinnen Menschen in einer Alterspanne von sechs bis 100 Jahre. Zwar sind viele, die den Dienst in Anspruch nehmen, alleinstehend. Aber immer häufiger besuchen die Helfer auch Paare, die beide auf Hilfe angewiesen sind, und entlasten damit auch die Kinder, wie Karin Kristen sagte.

Damit die Helferinnen und Helfer den Anforderungen gerecht werden können, bietet die Nachbarschaftshilfe regelmäßig Fortbildungen an. Das war 2019 so und das wird auch im kommenden Jahr so sein, wie Karin Kristen in ihrem Ausblick sagte.

Oberbürgermeister Michael Lang, der die von der Kommune und den beiden großen Kirchen getragene Nachbarschaftshilfe als Vorstand führt, bestätigte, dass sich das Leben im Alter verändere.  Als junger Mann habe er einen 93-Jährigen betreut, der noch immer gern Anzug trug und zum Tanzen ging oder mehrtägige Fahrten mitmachte, obwohl er bereits im Altersheim lebte. Die Realität sei heute eine andere. „Ins Pflegeheim gehen jene, bei denen es daheim nicht mehr geht“, sagte Lang. „Umso wichtiger ist es, dass es hier in Wangen ein abgestuftes System gibt vom Pflegedienst über Herz und Gemüt bis hin zu den niederschwelligen Betreuungsleistungen der Nachbarschaftshilfe.“

Die Arbeit der Helferinnen und Helfer sei sehr wertvoll und werde wohl auch in Zukunft immer wertvoller, sagte er, denn das Thema genügend Pflegeplätze zu haben, gestalte sich im ganzen Landkreis schwierig. Andererseits könne bereits über die Nachbarschaftshilfe viel Notwendiges geleistet werden – auch weil die Pflegekasse in vielen Fällen für die Gebühr aufkomme. Für jene, die frisch in den Ruhestand kommen, sei die Nachbarschaftshilfe zudem eine „tolle Chance, sich regelmäßig zu engagieren.“

OB Lang lobte den Einsatz von Karin Kristen für die Nachbarschaftshilfe: „In Ihr haben wir jemand, der die Aufgabe lebt“, sagte er. Und er dankte dem früheren Leiter des Ordnungs- und Sozialamts, Kurt Kiedaisch, der zwar inzwischen im Ruhestand ist, die Nachbarschaftshilfe, die er mit aufgebaut hat, aber weiter betreut.

Dank sagten den Helferinnen und Helfern auch die beiden Pfarrer, Martin Sauer, der als Gastgeber im evangelischen Gemeindehaus begrüßte, und Dr. Claus Blessing, der den Nachmittag mit einer Geschichte abrundete. Sie bilden gemeinsam mit OB Lang das Vorstandsteam. Die Konfirmanden der Stadtkirche warteten mit einem bunten Programm aus Musikstücken, Gedichten und Geschichten auf und sorgte für beste Unterhaltung.

Kontakt: Montag und Mittwoch von 9 bis 12.30 Uhr, Donnerstag von 14 bis 17 Uhr und nach telefonischer Vereinbarung unter der Telefonnummer 07522/9309646. Oder per E-Mail unter nbh-wangen@t-online.de


Text und Bild: Stadt Wangen im Allgäu

59 Helferinnen und Helfer hat die Nachbarschaftshilfe derzeit. Nicht alle konnten bei der Adventsfeier dabei sein.
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